Tehran Lights – Eine Stadt, kein Symbol
Wenn die Last zu schwer wird, wenn das Scrollen durch die Nachrichten unerträglich erscheint und Schweigen sich falsch anfühlt, bleibt mir nur ein Weg, um wieder etwas Ruhe zu finden: zu schreiben. Den Gefühlen einen Ort zu geben, an dem sie atmen können. Ihnen eine Form zu geben. Sie durch Musik zum Leben zu bringen.
So ist Tehran Lights entstanden.
Tehran Lights gehört zur zweiten Art.
Ich habe dieses Lied aus der Ferne geschrieben, aber es war nie dazu gedacht, distanziert zu klingen. Es ist im Exil entstanden, ja – aber ebenso aus Erinnerung, Verantwortung und Liebe. Teheran ist nicht nur der Ort, an dem ich geboren wurde. Es ist eine Stadt, die mich großgezogen, geprägt und geformt hat und die bis heute in mir weiterlebt, egal wie viele Grenzen zwischen uns liegen.
Eine Stadt, keine Metapher
Teheran ist eine lebendige Präsenz.
Wenn ich sage: „Tehran, az tariki natars“ – Teheran, fürchte dich nicht vor der Dunkelheit – dann spreche ich nicht poetisch. Ich spreche direkt. Zu einer Stadt, die seit Jahrzehnten gezwungen ist, unter Druck, Gewalt, Zensur und Angst zu leben und trotzdem immer wieder Wege findet zu atmen.
Vom „Ich“ zum „Wir“
Das Herz dieses Songs liegt in einer kleinen, aber entscheidenden Verschiebung.
Der Refrain beginnt mit:
Man ba to-am – Ich bin bei dir
Und er endet mit:
Ma ba to-im – Wir sind bei dir
Dieser Wechsel ist wichtig.
Aber Solidarität existiert erst dann, wenn aus dem Ich ein Wir wird.
Drei Sprachen, eine Geschichte
Tehran Lights bewegt sich zwischen Farsi, Englisch und Deutsch – nicht aus ästhetischen Gründen, sondern weil mein Leben so klingt.
Licht als Widerstand
Das Bild des Lichts zieht sich durch den gesamten Song.
Das Artwork
Das Cover von Tehran Lights zeigt den Azadi-Turm im Dunkeln – verwundet, weinend – umgeben von fünf Kindern, die Laternen halten. Das Licht kommt nicht vom Turm selbst, sondern von der nächsten Generation.
Hinter ihm erscheint die Silhouette Teherans in den Farben der iranischen Flagge.
Warum dieses Lied existiert
Es ist eine Hand, die man im Dunkeln hält.
Tehran, az tariki natars.
Ma ba to-im.

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